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Wissenspool: Schlagwort «Haushaltschaden»

Nachweis des Schadens: Erfreuliches Urteil für Unfallopfer zur Substantiierungslast im Haushaltschaden

Wenn ein Fall nicht auf dem Verhandlungsweg erledigt werden kann und der Gang zum Gericht notwendig wird, ändert sich die Aufgabe eines Anwalts erheblich. Die klagende Partei muss den Richtern genau erklären, auf welche Tatsachen sie ihre Forderung stützt. Diese Substantiierungslast, so der Fachjargon, ist in der Praxis mit gutem Grund gefürchtet. Die Ansprüche an den Detaillierungsgrad können sehr weit gehen. Ob dieser Pflicht nach Meinung der Richter genügend nachgekommen worden ist, kann den Prozessausgang entscheiden.

Aus Sicht der Geschädigten hat das Zürcher Handelsgericht im Entscheid HG120057-O vom 26. Januar 2016 ein erfreulich klares Urteil gefällt. Es ging um die Folgen eines Verkehrsunfalls. Das Unfallopfer konnte wegen seiner Verletzungen den Haushalt nicht mehr allein besorgen und forderte eine Entschädigung. Die beklagte Versicherung verlangte darauf, jedes erdenkliche Detail müsse minutiös nachgewiesen werden und bestand auf Angaben zu Bodenbelägen der Wohnung, zu Haustieren, ja sogar zu einzelnen Pflanzen.

Das Handelsgericht winkte – gestützt auf die bundesgerichtliche Praxis – ab. Es hielt fest, dass bei solchen «Haushaltschäden» vier Parameter genügen: das Geschlecht der betroffenen Person, die Erwerbssituation, die Haushaltgrösse sowie das Alter allfälliger Kinder. Gestützt darauf könne die Entschädigung für den Haushaltschaden aufgrund von statistischen Werten errechnet werden (Schweizerische Arbeitskräfterhebung, Bundesamt für Statistik, www.sake.bfs.admin.ch).

Die neuesten Statistiken dazu können hier heruntergeladen werden:

https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/arbeit-erwerb/unbezahlte-arbeit/haus-familienarbeit.html

Die Publikation zur Erhebung 2004 finden Sie hier als PDF. "Arbeitsplatz Haushalt: Zeitaufwand für Haus- und Familienarbeit und deren monetäre Bewertung Statistische Grundlagen und Tabellen für die Bemessung des Haushaltschadens auf der Basis SAKE 2004 und LSE 2004"

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Vergleich Haus- und Familienarbeit 1997 - 2007 BFS

Die Studie des Bundesamtes für Statistik vom 18.08.2009 vergleicht die grossen statistischen Erhebung zu den Arbeiten in Haushalt und Familie der schweizerischen Wohnbevölkerung der Jahre 1997, 2004 und 2007 (sog. SAKE-Zahlen). Diese bilden regelmässig die Grundlage für die Berechnung und Entschädigung des Haushaltschadens im Haftpflichtfall bei einem Unfall mit bleibenden Arbeitsunfähigkeiten durch den spezialisierten Anwalt. Oft handelt es sich dabei um einen Verkehrsunfall. Es zeigen sich wenig Verschiebungen. Auffallend ist die Abnahme von vollzeitiger Erwerbstätigkeit. Unter die Hausarbeit fallen das Kochen, Abwaschen, Einräumen, Tisch decken, Einkaufen, Putzen, Aufräumen, Waschen, Bügeln, Handarbeiten, Handwerkliche Tätigkeiten, Garten, Pflanzen, Haustiere und Administrative Arbeiten. Unter die Familienarbeit fallen die die Betreuung und Pflege der Kinder – spielen, ernähren, waschen, begleiten, Hausaufgaben machen, Gespräche – und die Betreuung von pflegebedürftigen Erwachsenen. Um bei einem Unfall entstandene Einschränkungen bei der Versicherung des Schädigers als Schadenersatz geltend zu machen hilft ein spezialisierter Anwalt.

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